Titel Stage Design

deutsch/english

     
Navigation home Navigation aboutcontentNavigation newsNavigation contactNavigation Impressum  
     
 
 

delusions

Eine mediale Performance

für 2 Musiker, 2 Tänzer und 7 Videobeamer

© phase7
Sven Sören Beyer
Christiane Neudecker

A delusion is an unshakable belief in something untrue

1. Täuschung, Irreführung [die]
2. Wahn [der]

Bilder lügen. Nichts ist, wie es scheint. Interpretationen bestimmen die Realität.
Die Vielschichtigkeit von Deutungsmöglichkeiten ist Ausgangspunkt dieser Cross-Media-Performance, die sich als audiovisuelles System von Interaktionen dem Schein annähert. Projektionen und Illusionen werden zum changierenden Bühnenraum für die DarstellerInnen. Selbstwahrnehmung und Reflektion verlieren sich im zerfließenden Raum. Archaische und avantgardistische Klangkunst, moderne Bildsprache und körperbetonter Ausdruckstanz begegnen sich in einer neuen Konstellation.
Die Interaktion von Realität und Virtualität spiegelt sich in der dramaturgischen Linie der Komposition wieder. In fünf Bildern nähern sich elektronische Verfremdungen, traditionelle Instrumente und Mehrspur-Zuspielband einander an. Materialgebundene Parts (Metall-Instrumente, Trommeln etc.) des Ausnahme-Percussionisten Markus Hauke treten in Korrespondenz mit interaktiven Software-Systemen des Software-Künstlers Frieder Weiß. Durch den Einsatz spezieller Software-Programmierung wird die musikalische Einbindung der in Klang umgerechneten Bewegung der Darsteller ebenso möglich wie der Tanz der Darstellerinnen mit ihrem eigenen Selbst, das sich in verzögerten Zeitschleifen vervielfältigt. Durch Infrarot-Kameras beobachtet beginnt sich das ausgewertete Abbild des eigenen Ichs zu verselbstständigen. Die scheinbare Kontrollierbarkeit der Selbstreflexion stellt sich in Frage. Virtuelle Darsteller erweitern das Ensemble. Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik vereint die Ästhetik natürlicher und technologischer Informationen bis hin zur manipulierbaren Wahrnehmungsverschiebung.

Artistic director:                   Sven Sören Beyer
Concept:                            Sven Sören Beyer
                                     Christiane Neudecker
Costume:                           Pedro Richter
Percussion/ composition:        Markus Hauke
Sound-programming:             Sasse Baumhof
Media art:                         Sven Sören Beyer       
Software art:                      Frieder Weiss
Choreography/ dance:           Lydia Klement
                                     Emily Fernandez
Lyrics:                             Christiane Neudecker
Speaker:                           Oliver Wronka
Technical director phase7:       Sven Nichterlein

EyeCon und Kalypso

„EyeCon“ und „Kalypso“ sind zwei Softwareprogramme, die von Frieder Weiß speziell für den Einsatz in Tanzperformances konzipiert wurden.
Die „EyeCon“-Software nutzt die Videobilder der Tänzer, um deren Bewegungen zu analysieren und in Klänge umzuwandeln, indem die Bewegungen der Tänzer zunächst gefilmt werden und die Bilder auf den Rechner übertragen werden. Über das Videobild können dann Linien, Felder oder andere Elemente gezeichnet werden. Wenn nun ein Tänzer den markierten Bereich betritt und ein Teil seines Körpers die gezeichneten Elemente berührt, so hat das den Effekt zur Folge, daß z.B. ein bestimmter Klang erzeugt wird. Die Software ermöglicht es aber ebenso, Bewegungen aufzuzeichnen und zu abstrahieren. So kann z.B. eine Tänzerin mit ihrem eigenen verzögerten und mehrmals vervielfältigten Schatten tanzen. Alternativ dazu kann „EyeCon“ auch die Anzahl an Bewegungen, die in den gekennzeichneten Feldern auftreten, messen. Es können sogar die Positionen, die Größe und die Höhe der sich im gekennzeichneten Bereich befindenden Personen bestimmt werden.

Das „Kalypso“ Programm hingegen erlaubt ästhetische Transformationen der Videobilder (die Bilder werden von mehreren Überwachunskameras, angebracht rund um die Bühne, aufgenommen) und die Projektion auf die Körper der Tänzer.

Die verarbeiteten Videoinformationen werden über spezielle Algorithmen abstrahiert und verfremdet. Auf diese Weise können Körperkonturen, virtuelle Schatten und visuelle Effekte erzeugt werden.

die COMPANY

phase7 ist eine freie Künstler-Company von renommierten darstellenden und bildenden Künstlern, Tänzern, Sängern, Musikern, Medien- und Computerfachleuten. Hauptsitz des deutschlandweiten Netzwerkes ist Berlin.
Seit 1999 inszenieren wir gleichermaßen Auftragsproduktionen für Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur sowie künstlerische Eigenproduktionen. Internationale Engagements führten uns u.a. nach Kuwait, Dubai, Argentinien, Frankreich, Italien.
Bekannt sind wir für unser Zusammenspiel von neuesten Medien mit Musik und Tanz, erweitert durch elektronische Systeme zur Modifizierung und visuellen Umsetzung von Klang und Bewegung.

Technische Beschreibung „delusions“:

Maximale Zuschauerzahl 500.
Bühne:  Bühnenraum mind. 14m Länge x 15m Breite, verdunkelbar, Perspektivische Bühne mit einer Steigung von 15%, Bühnenbreite vorn 5,4m, hinten ca. 2,73m bei 10m Länge, Hängemöglichkeiten für Projektoren, Licht, etc.

Ton: Tonanlage mit Möglichkeit 5.1 Tonkanäle wiederzugeben

Licht:  Beleuchtungsanlage, 5 x Gassenbeleuchtung mit Profilern, Generelles Grundlicht

Video:  7 Videobeamer


Biographien

Sven Sören Beyer ist Gründer und künstlerischer Leiter von phase7 performing.arts. Inszenatorisch legt er dort seine Schwerpunkte auf die Verbindung medialer Mittel mit Tanz, Sprache und Musik. Arbeitet als Regisseur und Choreograph, sowie Medien- und Videokünstler. Ausbildung an der renommierten Palucca-Schule in Dresden, sowie der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, Berlin.
Inszenierungen u.a. „Cyberoper im Hangar“, „A Clockwork Orange“, „strange particles“, „Ein-e-heit“, „Gefrorene Spiegeleier“ etc. u.a. an der Deutschen Oper Berlin, Komischen Oper Berlin, Staatsoper Dresden, Schauspielhaus Nürnberg etc. Viele Eigenproduktionen mit phase7, u.a. im Tacheles Berlin.
Aktuell mit dem Film „city particles“ (D/2002) auf diversen internationalen Filmfestivals vertreten, u.a. American Dance Festival, Münchner Filmfest. Inszenierung der „Eröffnung des Bundeskanzleramtes“ und „strange particles evolution“ auf Einladung Bundeskanzler Gerhard Schröders.

Sasse Baumhof ist bekannt als Spezialist für Sound-Programming und Klangerzeugung. Er sucht nach neuen technischen Möglichkeiten, Musik und deren Wirkung wiederzuspiegeln und setzt sich für die Benutzung modernster Computertechnologien und elektronischer Musikinstrumente zur Komposition und Bühnenaktion ein.
Musikalische Ausbildung u.a. bei Dr. Helen Grube und Prof. Dr. Max-Ludwig Grube, technisch versiert durch Studium der Elektrotechnik – Schwerpunkt „Digital Audio“ an der Universität Karlsruhe.
War am Piano seit 1988 ständiger Duo-Partner des Violinsolisten Prof. Dr. Max-Ludwig Grube und erhielt 1992 den Internationalen Gertrud Ramdohr-Preis für hervorragende musikalische Interpretation.
Intensive Zusammenarbeit mit Künstlern, u.a. im Bereich Musical/ Song, seit 1997 musikalischer Leiter bei phase7, mit denen er zahlreiche Kompositionen und Produktionen im In- und Ausland gestaltete (z.B.: „strange particles“, 1999).
Weiterhin ist Sasse Baumhof als Keyboarder im Orchester der Stageholding-Produktionen „Phantom der Oper“ und Mama Mia!“ engagiert.

Markus Hauke ist einer der vielseitigsten deutschen Percussionisten. Er tritt als Solist auf, ist ein gefragter Kammermusikpartner und spielt mit renommierten Orchestern. Einladungen zum World-Drum-Festival in Hamburg sowie zum weltgrößten Percussion-Festival, der PASIC in die USA dokumentieren seinen Erfolg.
Als Spezialist für zeitgenössische Kammermusik gründete er das Duo "jazzminimal-avantgarde", das Klavier-Schlagzeug-Quartett "piano & percussion" sowie das "Mainzer Percussion Ensemble", dessen Leiter er auch ist. CDProduktionen mit all diesen Ensembles. Zahllose Uraufführungen, Rundfunk- und TV-Produktionen für die meisten deutschen sowie zahlreiche europäische Sender.
Zusammenarbeit mit Komponisten wie Berio, Boulez, Crumb, Eötvös, Kurtag, Penderecki, Rihm, Stockhausen u.a.. 1996/97 stellvertretender Solopauker der Stuttgarter Philharmoniker. Konzertreisen in die meisten europäischen Länder, USA, GUS und Fernost.
Ausbildung an den Musikhochschulen Würzburg und Stuttgart; zusätzliche Studien in Indonesien und Kuba.
Dozent für Schlagzeug am Peter-Cornelius-Konservatorium, Mainz. In den letzten Jahren zunehmende Beschäftigung mit Komposition. Veröffentlichungen im Zimmermann Verlag Frankfurt und drumbeat-Verlag, Berlin. Solo-CD "schlagArtig" bei "The International Music Company", Hamburg.

Lydia Klement ist Solotänzerin und Choreographin. Ihre Ausbildung absolvierte sie in Dresden, Berlin und New York. Seit 1999 intensive Zusammenarbeit mit Markus Hauke und Sven Sören Beyer bei phase7.
Engagements u.a. Fatal Attraction Ch. Winkler Tanzfestival Potsdam; „Zukunft der Arbeit“ Frederic Flamand Expo Hannover; „Die wilden Kerle“ Tristan Productions Dresden; „Sheik Yerbouti“ I. Reulecke Berlin/Tanzfestival NRW; Glück” Di Miro M.R.A.M. Berlin; “Eklipse” I. Reulecke
Berlin/Rostock/Tanzplattform München; sie choreographierte u.a. die „Eröffnung des Wissenschaftssommers 2001-2003“ (Berlin, Bremen, Mainz), „Aventis“ Paris, das „Fest der Forschung 2003“ (Kraftzentrale Duisburg) zum Thema „Grenzwelten“ als Real-Time-3D-Inszenierung, wo sie auch als solistische Leitfigur fungierte.

Emily Fernandez Tanz, Choreografie, Media Performance/Installation. Geboren in Melbourne, Australien, wo sie Tanz am Victorian College Of The Arts und The National Ballet School studierte.
Schon in früher Jugend war sie in australischen Film- und Tanz- Projekten involviert.
Engagement als Solotänzerin am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin.
Lehrtätigkeik in Australien, Deutschland und Schweiz.
Ausstellung interaktiver Medieninstallationen u.a. Monaco Dance Forum, GEF Dresden, Blaue Nacht Nürnberg.
In den letzten Jahren Arbeit mit verschiedenen Tanzensembles u.a. bei Carlos Cortizo und der Palindrome Intermedia Performance Group.

Christiane Neudecker 1996-2001 Ausbildung zur Dipl.-Regisseurin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, Inszenierungen u.a. bat studiotheater Berlin, Kleisttheater Frankfurt/Oder, Shakespeare Company Bremen; seit 2001 künstlerische Zusammenarbeit mit Sven Sören Beyer.
Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften, u.a. im Prairie Scooner New York, Macondo, Wortlaut, eDIT; Fränkischer Literaturpreis 2000; Frühjahr 2003 Lesung im FORUM Neue Deutsche Literatur / Buchmesse Leipzig; Sommer 2003 Stipendiatin Klagenfurter Literaturkurs; 2003 Alfred-Gesswein-Preis; 2003 Autorengruppe im LCB (Literarisches Colloquium Berlin) unter der Leitung von Ulli Janetzki; seit Sommer 2004 wird Christiane Neudecker von Eggers Landwehr vertreten (www.eggers-landwehr.de).

Pedro Richter ist Bühnen- und Kostümbildner mit einem Abschluss an der Kunsthochschule Instituto Superior de Arte del Teatro Colón, Buenos Aires, Argentinien (1985). Seither war er in den unterschiedlichsten Bereichen tätig, u.a. bei bekannten Opern („Zauberflöte“, „Die Fledermaus“) beim Theater (z.B. „Butterbrot“, „Der Parasit“, „Romeo und Julia“), bei Musicals („Grease“, „Jesus Christ Superstar“, „Rocky Horror Show“, u.v.m.), im Tanzbereich häufig in Zusammenarbeit mit phase 7 („Faust“, „Strange Particles“, „Ópera Technik“), im Film – Multimediabereich für Arte, 3 SAT, ARD und in Zusammenarbeit mit Sven Sören Beyer auch bei Festivals in Bochum und New York. Seine Theaterengagements haben ihn bereits an zahlreiche deutsche Theater (Hebbel Theater Berlin, Stadttheater Kassel, Stadttheater Passau, u.v.m.) als auch ins Ausland geführt. Zusammen mit phase7 hat Pedro Richter bereits an vielen Events mitgearbeitet wie z.B. der „Eröffnung des Bundeskanzleramtes“ und den Wissenschaftssommern in 2001 und 2002, er hält weltweit Vorträge über Kostümbild und Design im Theater, Musical, etc. und veranstaltet Workshops. Seine aktuellste Kostümgestaltung ist in dem Film „Hitlerkantate“ von Jutta Brückner zu sehen.

Frieder Weiß ist Experte für den Einsatz von Live-Computing und interaktiven Systemen in Performance. Bei der Palindrome Intermedia Performance Group entwickelte er zusammen mit Robert Wechsler Technologien und Konzepte zum Einsatz digitaler Echtzeitsysteme im Tanz. Die Systeme erlauben es den Performern Klänge und Projektionen während der Aufführung live auszulösen und zu modulieren.
Mehrere der entstandenen Werke wurden international mit Preisen ausgezeichnet. Die interaktive Technik schafft eine neuartige Bühnensituation, die völlig neue Anforderungen an Choreograf, Tänzer, Komponist und Szenografen stellt. Die von Frieder Weiss entwickelte Software ist mittlerweile international im Einsatz. Sie eignet sich auch besonders für Video- und Klanginstallationen bei denen das Publikum selbst in Interaktion mit dem System tritt. Lehrauftrag Medientechnik an der Fachhochschule Nürnberg, an der Fachhochschule Basel und am University Centre in Doncaster. Durchführung von Kunst- und Performanceprojekten u.a. mit Phase-7 in Berlin, Reiner Hofmann in Nürnberg, Emily Fernandez, Berlin/Melbourne, Prof. Wilfried Jentzsch in Dresden, Leine und Roebana in Amsterdam.

Credits:

Production: phase7 performing.arts, Forum Neues Musiktheater of the Stuttgart State Opera | Art Director: Sven Sören Beyer | Concept: Sven Sören Beyer and Christiane Neudecker | Costume Design: Pedro Richter/ Sabine Hahn | Lighting Design: Sven Nichterlein and Sven Sören Beyer | Softwareart: Frieder Weiß | Technical Director phase7: Sven Nichterlein | Date of Production: 03/18/2005 to 03/20/2005 | Location: “Forum Neues Musiktheater” at Stuttgart State Opera

Quelle: phase7 performing.arts
Weitere Informationen: http://www.phase-7.de/


Druckversion