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Richard Wagners "Der fliegende Holländer" bei den "Domstufenfestspielen" in Erfurt
Regie: Werner Herzog
Set Design: Maurizio Balò
Lighting Design: Vincenzo Raponi
Equipment:
Drahtloses Netzwerk: EM 1046 (Sennheiser) EM 3532 (Sennheiser) MKE2 (Sennheiser)
Insgesamt 80 drahtlose Systeme für dem Gesang (60 für die Chorsänger, 12 für die Solisten, 8 „Spare- Kanäle“)
Midas Venice Konsolen
Sound:
2 x Yamaha PM1D (Orchester, Solisten, Summenabmischung)
2 x Yamaha DM 2000 (Chor)
2 x Lexicon 480 L
58 Mikrofone für das Orchester (Neumann KM, Schoeps, AT- und AKG- Großmembran-Mikrofone)
d&b C4 (Top, Sub)
C7
F1220
Kling & Freitag CA 106 (Monitoring)
Insgesamt 7 persons betreuten die Tonabteilung (FOH: 3, Drahtlos-Netzwerke: 3, Monitor: 1)
Operatoren PM1Ds: Omar Samhoun, Robby Höhne
Licht:
380 kW blended light (theatre)
42 x Martin MAC 2000
32 x Martin MAC 2000 Performance
20 x City-Color
34 x Martin MAC 600 various follow spots
PANI projectors
HMI- spot lights
1 x Whole Hog II + extension and backup to control 3.060 DMX channels
12 x 8-channel DMX-Booster
3 x Overdrive loudspeakers
Video: Video coverage of the conductor for the artists: 70-cm and 35-cm monitors, on-screen projection
Suppliers: Neumann & Müller
Credits:
Organizer:
Erfurt Theater in Cooperation with the City of Erfurt | Technical Director of Erfurt Theater: Dr. Stefan Ritter | Overall Director: General Manager Guy Montavon | Musical Director: Walter E. Gugerbauer | Production: Werner Herzog | Stage Design: Maurizio Balò | Costumes: Franz Blumauer | Lighting Design: Vincenzo Raponi | Overall Technical Direction and Realization of Sound, Lighting and Video: Neumann & Müller Veranstaltungstechnik Dresden | Executive Producer: Jörg Bernhardt | Sound Director: Helge Petzold | Sound Design/FOH-Crew: Omar Samhoun, Robby Höhne | Lighting Crew Chief: Thomas Landgräber | Date of Production: 08/10/2002 Location: “Domplatz”, Erfurt
„Domfestspiele Erfurt“
Autor: Ralph Larmann
In: Production Partner 6/2003, S. 20-23.
Werner Herzogs Inszenierung von „Der fliegende Holländer“ stellte hohe Anforderungen an die optimale Übertragung von Orchester, Chor und Solisten von der Treppenanlage des Erfurter Domplatzes.
Die Erfurter lieben ihre Stadt, die trotz des DDR-Beton-Fortschrittglaubens ihren wunderschönen mittelalterlichen Kern erhalten konnte. Erfurt hat eine reiche Kultur-Vergangenheit und tut viel für eine reiche Kultur-Gegenwart. Uns so werden alljährlich die 70 Stufen zum Dom während der Domstufen-Festspiele zu den Brettern, die die Welt bedeuten. Die Treppenanlage vom Domplatz verwandelt sich in eine bemerkenswerte Theaterkulisse, welche auch die Auswahl der Stücke in gewisser Weise diktiert. Nach „Jedermann“ und „Carmina Burana“ stand im Sommer 2003 Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ auf dem Programm.
Die romantische Oper wurde mit Werner Herzog von einem renommierten internationalen Filmregisseur („Woyzeck“, „Fitzcarraldo“) inszeniert. Mit dem Genre Oper und auch mit Wagner hatte der Filmemacher bereits zuvor positive Erfahrungen sammeln können. So fand seine Inszenierung „Lohengrin“ bei den Bayreuther Festspielen 1987 große Beachtung. Inzwischen werden seine Operninszenierungen auf den Bühnen von Paris bis Tokio gefeiert. Bereits seit neun Jahren ist das Unternehmen Neumann & Müller Veranstaltungstechnik im Rahmen der Erfurter Domstufenfestspiele für die technische Planung und Durchführung der Operninszenierungen an den Domtreppen verantwortlich. Aus dieser gewachsenen Zusammenarbeit resultiert ein großer Erfahrungsschatz. So standen auch im vergangenen Jahr wieder die räumlichen Verhältnisse auf dem Platz und die optimale Übertragung von Orchester, Chor und Solisten bei Planung und Umsetzung im Vordergrund.
Planung der Drahtlos-Strecken
Etwa zwei Monate vor Produktionsaufbau begann für die Verantwortlichen von Neumann & Müller die Planungsphase. Bemerkenswert ist hingegen, dass es mit dem Regisseur Werner Herzog lediglich eine einziges Meeting am Tag vor Produktionsbeginn gab. Quasi bis zur letzten Minute vor Produktionsbeginn war somit unklar, wie die Inszenierung im Detail abläuft und wie die einzelnen Positionen der Akteure im Ablauf aussehen. Und so wurden erst nach Klärung des Ablaufs die Positionen der Empfangsantennen des drahtlosen Mikrofonssystems festgelegt. Bei der Positionierung mussten zum einen der Bewegungsradius der Akteure und zum anderen die baulichen Gegebenheiten der Kulisse sowie der Lautsprecher- und Lampen-Stahlgerüste berücksichtigt werden. Durch die optimale Platzierung der Antennen konnte jedoch für sämtliche Aufführungen ein sicheres HF-Signal von allen Akteuren erstellt werden. Somit kam es zu keinerlei Komplikationen.
Hinsichtlich der Drahtlostechnik kam ausschließlich Sennheiser-Equipment zum Einsatz, wobei die Gerätetypen 1046 und 3532 verwendet wurden. Sämtliche Solisten und Chorsänger waren einzeln mikrofoniert. Als Mikrofone kamen Sennheiser MKE2-Kugelmikrofone zum Einsatz. Aus Sicherheitsgründen waren die Solisten allesamt doppelt mikrofoniert. Des Weiteren setzte man für die Solisten Batteriepacks im Hauptsender und Akkupacks für die Chorsänger ein, wobei die Akkupacks in einer Pause gewechselt wurden, da die Energie der Akkus nicht für die volle Zeitdistanz genügte. Insgesamt waren bei der Inszenierung 80 drahtlose Systeme für den Gesang aktiv, wobei die sechs Solisten für Haupt- und Bühnenmikrofon bereits zwölf Kanäle belegten. Dazu kamen 60 Chorsänger. Die übrigen acht Kanäle dienten als Spare-Kanäle.
Im so genannten „Drahtlos-Container“ dienten mehrere Midas Venice-Pulte der Signalkontrolle während der Aufführung. Somit war beständig sicher gestellt, dass im Störungsfall sofort lokalisiert werden konnte, wo eine Störung her kommt und wer betroffen ist.
Mischung und Beschallung
Als Konsolen kamen zwei Yamaha PM1D (für die Orchester-, Solisten- und Summenabmischung) sowie zwei Yamaha DM2000 zum Einsatz. Die DM2000-Pulte wurden dabei ausschließlich für den Chormix verwendet. Der Vorteil dieser Kombination war, dass man bei relativ geringen Platzbedarf eine große Menge von Mikrofonsignalen bearbeiten konnte. Die Verteilung sah im Einzelnen so aus, dass sämtliche drahtlosen Chorsignale in beide Yamaha DM2000 eingingen. Dort wurden sie in vier Stimmgruppen gemischt. Diese vier Gruppen wurden an das PM1D übertragen. Zugleich kamen im von Omar Samhoun betreuten PM1D die Signale der Solisten und die Zuspielungen hinzu. Omar Samhoun mischte zudem die Ambience-Effekte dazu und sorgte für die korrekte räumliche Aufteilung. Als externe Effektgeräte wurden zu diesem Zweck zwei Lexicon 480 L verwendet. Im zweiten, von Robby Höhne bedienten PM1D liefen die Solisten, Chöre, Zuspielungen und Effekte in den Summen auf. Zugleich wurde auf dieser Konsole der Orchestermix erstellt. Sämtliche Summen wurden in einer Matrixierung so verarbeitet, dass für die Zuschauer eine richtungs- und entfernungsgetreue Beschallung entstand. Das Orchester war mit 58 Mikrofonen abgenommen, wobei die Mikrofonierung ganz unterschiedlich aussah: so gab es sehr direkte Abnahmen, weit entfernte Abnahmen und „die klassische Rockmikrofonierung“. Für die Orchestermikrofonierung kamen u. a. Mikrofone der Neumann KM-Serie, Schoeps-Mikrofone sowie AT- und AKG-Großmembranmikrofone zum Einsatz. Der Beschallung des Zuschauerraums diente in erster Linie das Hauptbeschallungssystem (links, mitte, rechts), das die Grundversorgung der 2.000 Zuschauer sicher stellte. Dieses setzte sich aus einer Kombination von d&b C4 (Top, Sub), C7 und F1220. Mit den Ambience Lautsprechern wurde für die Zuschauer ein räumlicher Höreindruck erzeugt. Dazu kamen Lautsprecher, die ausschließlich die Solisten und den Chor unterstützten. Als Monitoring für die Akteure waren in den drei Ebenen des Schiffs sowie an der Bühnenkante Kling & Freitag CA106 Lautsprecher verteilt. Entlang der Treppenstufe und im Orchester hatte man ebenfalls diverse Monitorlautsprecher positioniert.
Für die Betreuung der Tonabteilung waren während der Aufführung sieben Leute im Einsatz, drei am FOH-Platz, drei im drahtlosen Bereich und einer am Monitorplatz. Video – aber für die Künstler
Ein ganz wichtiger Teil der Produktion war die Videoübertragung des Dirigenten auf die Bühne. So standen auf der Bühne, für die Zuschauer nahezu unsichtbar, entsprechend viele 70-cm- und 35-cm-Monitore sowie eine Großbildprojektion. Damit war gewährleistet, dass die Akteure ständigen Blickkontakt zum Dirigenten hatten. Umgekehrt wurden für den Dirigenten ein Videobild erstellt, wodurch er beständigen Sichtkontakt zur Szenerie auf der Bühne hatte.
Für die Gestaltung des Lichts hatte Werner Herzog aus Rom Vincenco Raponi engagiert. Hinsichtlich des Equipments kamen vornehmlich konventionelle Lampen zum Einsatz. So waren 380 KW Theatermischlicht, 42 Martin MAC 2000, 32 Martin MAC 2000 Performance, 20 City-Color, 34 Martin MAC 600, diverse Verfolger, PANI-Projektoren und HMI-Scheinwerfer am Start. Als Konsole diente eine Wholehog II mit Extension und Backup sowie drei Overdrive-Boxen zur Ansteuerung von 3.060 DMX-Kanälen. Zudem kamen zwölf 8-Kanal DMX-Booster zum Einsatz. Das letztendliche Lichtdesign war das Ergebnis aus zwei Wochen intensiver Diskussion zwischen Regisseur Werner Herzog, Lichtdesigner Vincenco Raponi und Bühnenbildner Maurizio Balò. Ursprünglich sollte die Szenerie samt Dom wesentlich stärker in das Gesamtbild einbezogen werden. Jedoch war die Intention des Bühnenbildners etwas anders: sein Ziel war es, die nüchterne Bühne mit der Schiffskulisse in den optischen Mittelpunkt zu rücken, was dann auch geschah.
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