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ARD Olympia Gala

Artikel „ARD Olympia Gala 2004“. Von Ralph Larmann. Production Partner 8/2004, S. 40-43.

ARD Olympia Gala 2004
Die Produktion von Radio Bremen Fernsehen durfte unter vielen Auflagen vor dem imposanten „Tempel des olympischen Zeus“ produziert werden.

Im Grunde hat Griechenland ja das für die Olympiade vorgesehene Freudenfest mit dem gewinn der Europameisterschaft vorweg genommen. Der Abend des 4. Juli 2004 dürfte nicht nur den Griechen unvergessen bleiben, die anschließenden Feierlichkeiten auf dem Omonia-Platz in Athen waren darüber hinaus unbeschreiblich. Glücklicherweise hatte das Team A&O Lighting Technology und Radio Bremen Fernsehen die Aufzeichnung der ARD Olympia Gala 2004 vor dem monumentalen Tempel Olympeion in Athen an den beiden Vortagen realisiert – am 4. Juli wäre ganz sicher kein Grieche hierher zur Aufzeichnung gekommen! Ausgestrahlt wurde die Sendung Anfang August parallel in der ARD und dem Griechischen Fernsehen. Den Machern dieser Gala kann ein großes Kompliment für die stilvolle Show vor einmaliger Kulisse ausgesprochen werden.

Bühnenbau und Denkmalschutz
Bislang war es nur Vangelis vergönnt, vor der traumhaften Kulisse des Olympeion – auch „Tempel des olympischen Zeus“ genannt – einen Event zu kreieren. Der Baubeginn des Tempels war um 530 vor Christus, wobei er erst 124/125 nach Christus fertig gestellt wurde. In seinen Ausmaßen übertraf er sogar den Parthenon auf der Akropolis. Von den ehemals 104 hohen korinthischen Säulen mit einer Höhe von 17,25 Metern stehen heute allerdings nur noch 15, wobei die Grundfläche seinerzeit 95 x 40 Meter betrug.

Laut Jörg Sonntag, Regisseur der ARD Olympia Gala, war es kein leichtes Unterfangen, die griechische Regierung für die Olympia Gala zu gewinnen. Umso schöner war der Erfolg der Zusage. Selbstverständlich durften die Säulen während der Proben nicht angebohrt oder anderweitig in Mitleidenschaft gezogen werden. Griechische Archäologen achteten beständig darauf, dass das sensible Tempelgelände so wenig wie möglich betreten und keine Säulen „umgerannt“ wurden.

Mit der gesamten Realisierung hinsichtlich der Erstellung der Bühne und der Lichttechnik betraute Radio Bremen Fernsehen im Auftrag der ARD Marco Niedermeier und sein Unternehmen A&O Lighting Technology, das mit Ausnahme des Bühnenbodens das gesamte Equipment mit sechs Trailern der Spedition Schenker aus Deutschland nach Athen transportierte. Zur Erstellung des Lichtdesigns engagierte A&O Technology den renommierten Lichtdesigner Manfred „Ollie“ Olma von mo2 Design. Allerdings konnte Ollie Olma, nachdem er das Design erstellt hatte, selbst nicht nach Athen kommen. Für ihn übernahm in Athen mo2 Design Operator und Lichtdesigner Marcus Boßdorf das Ruder. Ollie Olma arbeitet seit Jahren mit Marcus Boßdorf zusammen, so dass er ihm das Projekt vertrauensvoll übergeben konnte. Ollie Olma: „Marcus setzt glücklicherweise nicht nur ein von mir erarbeitetes Lichtdesign 1:1 um. Er ist vor allem in der Lage, ein Konzept hinsichtlich der Gegebenheiten vor Ort weiterzuentwickeln und zu optimieren. Ergo basierte das letztendliche Lichtdesign, wie es in Athen stattfand, zwar auf meinem Entwurf, trug aber zugleich die Handschrift von Marcus Boßdorf. Ich bin sehr glücklich, dass wir unter dem Dach unserer Kreativwerkstatt mo2 Design ein so harmonisch und professionell miteinander arbeitendes Team für uns gewonnen haben.“

Hinsichtlich der Produktionsplanung und Umsetzung der Sendung „ARD Olympia Gala“ kam Radio Bremen Fernsehen Anfang Juni 2004 auf A&O zu. A&O Lighting Technology betreut Radio Bremen Fernsehen seit Jahren bei der Sendung „Festival des Deutschen Schlagers“. Auf Grund der außergewöhnlichen Location setzte Radio Bremen Fernsehen auf die internationale Erfahrung und die flexible und umfangreiche Equipmentressource von A&O. Lediglich die Dieselgeneratoren wurden von General Electrics hinzugemietet. Am Start waren zwei 800-kVA-Generatoren für Licht und Ton sowie ein 175-kVaA-Generator für den Ü-Wagen, wobei ein 800-kVA-Generator als Backup diente.

Licht für Tempel und Bühne
Um die Tempelsäulen dramaturgisch glanzvoll in Szene zu setzen, kamen 20 City Beam 1,2 kW, sechs PAR-64-Scheinwerfer und zwölf 8-Lite-Blinder zum Einsatz. Sechs Space Cannon Ireos 4 kW leuchteten die zirka 3 Kilometer entfernte Akropolis und den darunter liegenden Berg an. Im Bühnenbereich waren 18 A&O 2kW Target Spezial, drei Space Cannon Black Devil, 12 Martin Exterior 200, 12 Martin MAC 2000 Spot, 18 Martin MAC 600 Wash, 11 Martin MAC 500 Spot und 20 x 2 kW Stufenlinsen positioniert. Dazu kamen 6er Bars mit PAR-64-Scheinwerfern. Zur Ausgestaltung der Bühne wurden 100 Meter A&O Color Stream an den beiden Treppenstufen verlegt und 24 LED Chroma Panels an der Bühnenfront befestigt. Dazu gesellten sich vier Nebelmaschinen Haze Atmosphere Touring und vier Windmaschinen AF1 DMX. Auf den beiden FOH-Türmen und einem zusätzlichen Kameraturm waren je ein Verfolger Uni Spot positioniert. Als Lichtkonsolen dienten zwei grandMAs inklusive einer grandMA Remote mit Ethernet-Verkabelung und einer grandMA Remote für die Dimmer City. Die MSB Ground Support Hauptbühne bot eine Bühnenfläche von 15 x 12 m bei 10 m Höhe, die kleinere Ground-Support-Nebenbühne 6,60 x 4,40 m Fläche bei 8 m Höhe.

Für Manfred „Ollie“ Olma lag bei der Planung klar auf der Hand, dass es vor allem darum gehen musste, die fantastische Tempelkulisse in Szene zu setzen. Somit teilte er konzeptionell die Bühnen und die Tempelkulisse in zwei Bereiche auf, die im Bild der Fernsehkameras zu einer homogenen Einheit verschmolzen. Natürlich ging es bei der Beleuchtung der Tempelsäulen darum, die Strukturen plakativ, kraftvoll und stilvoll zugleich in Szene zu setzen. Hinsichtlich des Bühnenaufbaues blieb Ollie Olma somit gar nichts anderes übrig, als eine offene Bühnekonstruktion zu wählen, in der es geschickt und geschmackvoll galt, Akzente vor den ständig präsenten Tempelsäulen zu setzen. Für die Akzente kamen hier insbesondere die A&O 2 kW Target Spezial zum Einsatz. Dabei handelt es sich im Ursprung zwar um Space Cannon Targets, die nach umfangreichen Umbauten und Modifikationen durch A&O aber eigentlich nichts mehr mit dem Original zu tun haben. So ersetzte A&O bei 40 Exemplaren nicht nur Spiegel und Optik, sondern auch die Elektronik und machte die Lampen damit Pan-, Tilt- und DMX- fähig. Als Ergebnis dieser langjährigen Entwicklungserfahrungen wird A&O übrigens auf der nächsten LDI eine vollständige Eigenentwicklung in dieser Richtung zeigen.

Als besonders schönes Licht- und Dekorationselement verwendete man erstmals bei einer Fernsehsendung die „Lounge Light Kerzen“. Das Besondere an diesen Kerzen ist, dass im Kerzenfuß ein mit Glas isolierter Hohlraum eingearbeitet ist, in den eine LED inkl. Einer 9-Volt-Batterie eingesetzt wird. Die LED wird mittels eines kleinen Schalters aktiviert und wechselt dann fortlaufend zeitlupenartig den Farbton des Kerzenkörpers. Somit ergibt sich aus der Kerzenflamme und dem farbig leuchtenden Kerzenkörper beim Einsatz vieler Kerzen im Verbund ein einzigartiges Dekobild. Eine tolle Idee, die in Zukunft sicher des Öfteren zu sehen sein wird.

Für den guten Ton sorgte Norbert Dembski mit seinem Unternehmen Roadrunner. Norbert Dembski arbeitet seit vielen Jahren für und mit Radio Bremen Fernsehen. Für die ARD Olympia Gala in Athen kamen im Wesentlichen eine Konsole Mackie SR 40.8, als Lautsprecher L-Acoustics Arcs sowie Mikrofontechnik von Sennheiser und Neumann – drahtlos und kabelgebunden – zum Einsatz.

Credits:


Production: Radio Bremen Fernsehen in behalf of ARD | Director: Jörg Sonntag | Lighting Design: Manfred “Ollie” Olma (Concept) in co-operation with Marcus Boßdorf (Execution)/mo2 Design | Staging- and Lighting Equipment: Marco Niedermeier/ A&O Lighting Technology GmbH | Date of Production: 08/04/2004 | Location: Olympeion, Athens, Greece



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