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Aktuelle Bühnenbilder erreichen immer häufiger Dimensionen, die die klassische Definition einer Bühne, wie man sie beispielsweise von Theater-, Musical- oder Opernproduktionen kennt, bei Weitem übersteigen. Ständig entstehen neuartige Bühnenwelten, die mit immer größerem Aufwand in Bezug auf Architektur, Technik und Logistik realisiert werden. Betrachtet man beispielsweise die gigantischen Open-Air-Tourneeproduktionen internationaler Stars, fragt man sich nicht selten: „Wann ist die Grenze des im Rahmen einer Konzerttournee Machbaren erreicht?“ Doch bei dieser Gigantomanie darf insbesondere in einem solchen Bildband der Blick auf die vergleichsweise kleinen Produktionen nicht verloren gehen. Denn letztendlich entscheidet die hohe Kunst einer Inszenierung darüber, was den Zuschauer am Ende emotional erreicht. Großflächigkeit birgt schließlich auch die Gefahr, dass der Zuschauer den Blick auf das Wesentliche, nämlich die Künstler, verliert. Auf den ersten Blick simpel erscheinende Bühnenbilder können im Zusammenspiel mit der Inszenierung den Zuschauer mindestens ebenso tief berühren.
Bei der Arbeit zu STAGE DESIGN überraschten mich immer wieder außergewöhnliche Ideen, wie zum Beispiel bei „ERARITJARITJAKA“: Ein wesentlicher Teil des Bühnenbildes befindet sich für den Zuschauer nicht einsehbar hinter einer weißen Hausfassade. Die meiste Zeit wird das Geschehen mittels Kameras und eines Videoprojektors auf die Hausfassade projiziert und erst so für den Zuschauer sichtbar. Oder die crossmediale Performance „delusions“. Sie spielt mit den Grenzen der Wahrnehmung. Mittels Software-Kunst interagieren die Darsteller mit dem verselbstständigten Abbild des eigenen Ichs. Projektionen und Illusionen bestimmen den changierenden Bühnenraum.
Es fällt zunehmend auf, dass mit Videos, Bildern und grafischen Animationen bespielbare LED-Flächen unterschiedlichster Art eine immer bedeutendere Rolle innerhalb vieler Bühnenbilder einnehmen. Insbesondere gilt das für die Bereiche Concert Touring und TV-Show, aber auch für Special Events. Herausragend sind hier Produktionen wie „Depeche Mode – Touring The Angel“, „George Michael – 25LIVE“, „U2 – Vertigo“, „Red Hot Chili Peppers – Stadium Arcadium“, „Robbie Williams – Close Encounters“, „Pop Idol“, die „Eurovision Song Contests“ der Jahre 2006 und 2007 und nicht zuletzt die Eröffnung der „Asian Games 2006“ mit dem größten LED-Screen überhaupt zu nennen.
Eine ebenso spannende Entwicklung sehe ich in der Inszenierung von besonderen Orten, die quasi zur Bühne oder zum Teil einer Bühnenkulisse umfunktioniert werden. Als Beispiel ist hier die Skyline von Frankfurt am Main zu nennen. Mittels einer Inszenierung aus Licht und Großdiaprojektion begrüßte Frankfurt an drei Abenden mit dem Event SKY ARENA die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Eine ebenso gelungene Verbindung zur Fußballweltmeisterschaft 2006 stellte die Stadt Hamburg mit der Inszenierung BLUE GOAL her, bei der 175 Blue Goals die Hansestadt bei Dunkelheit in blaues Licht tauchten und sie so zur Lichtbühne verwandelten. Bei der „ARD Olympia Gala 2004“ in Athen dienten der zirka 2.500 Jahre alte Tempel des Zeus und die Akropolis als Kulissenelemente. Ein weiteres Beispiel ist die Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs, für die man eigens eine Lichtsinfonie komponierte und aufführte.
STAGE DESIGN dokumentiert mittels detailreicher und emotionsgeladener Fotografien unterschiedlichste Bühnenproduktionen aus den Bereichen Theater, Oper, Concert Touring, Musical, TV-Show und Special Event. Der Blick hinter die Kulissen gewährt beim überwiegenden Teil der Produktionen Einsicht in die beeindruckenden und meisterlich gestalteten Bühnenkonstruktionen. Die Fotografien der Inszenierungen selbst vermitteln die emotionale Kraft der verschiedenen Bühnenbilder. Mir als Fotograf und Autor von STAGE DESIGN ist es wichtig, Bilder als Informations-, Inspirations- und schließlich als Genussquelle zu schaffen.
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